Ditsch erweitert vertikale Integration und transatlantische Zusammenarbeit

600 Mio. Stück Laugenbackwaren gingen 2020 über die 16 Valora Produktionslinien in Deutschland, in den USA und in der Schweiz. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den beiden Produktionsstandorten Oranienbaum und Cincinnati wurde ausgebaut.

Bei Ditsch arbeiten die beiden Produktionsstandorte Oranienbaum und Cincinnati neu enger zusammen, um in den jeweiligen Märkten neue Produkte zu testen. Zudem konnte Valora durch die Erweiterung des Insourcings bei den Produkten von BackWerk die vertikale Integration der Valora Gruppe stärken.


Die vertikale Integration nimmt bei der Valora Gruppe einen hohen Stellenwert ein. Ditsch leistet in diesem Bereich einen erheblichen Beitrag. Die Traditionsbäckerei beliefert neben ihren eigenen Filialen und Grossverteilern wie Bäckereien oder Hotels in 30 Ländern auch die Valora Food-Service-Formate Brezelkönig und BackWerk sowie die Retail-Formate ServiceStore DB, U-Store und avec.

Seit 1919: Ditsch steht für Lauge.

In den letzten Monaten hat Ditsch die vertikale Integration der Gruppe erneut einen wichtigen Schritt vorangebracht, indem sie zusätzliche Produkte identifiziert hat, die sie für BackWerk fertigen kann. Björn Tiemann, Vertriebsleiter Global bei Ditsch, erklärt: «Wir haben das gesamte Sortiment der Valora Gruppe unter die Lupe genommen und uns gefragt, welche Produkte wir selbst herstellen können und im Sinne der Mengenfrage auch wollen.»

Spannend dabei: Vergangenes Jahr ging das Insourcing erstmals über die Produktion von Laugenbackwaren hinaus und umfasste zusätzlich Brezel-Croissants. «Wir sprechen hierbei von Spezialitäten wie gefüllten Croissants», erklärt Sebastian Gooding, Geschäftsführer von Ditsch. «Wir bleiben damit unserer langjährigen Produktionskompetenz und Qualitätsstrategie treu».

Ditsch Deutschland hat im vergangenen Sommer erstmals Burger- und Hotdog-Buns an die Retailer in den USA verschifft.

Burger- und Hotdog-Buns für die USA

Neben der erweiterten vertikalen Integration hat Ditsch auch die Zusammenarbeit zwischen den beiden Produktionsstandorten Oranienbaum und Cincinnati intensiviert. So hat Ditsch Deutschland im vergangenen Sommer erstmals 14 Container mit Burger- und Hotdog-Buns an die Retailer in den USA verschifft. Seither überqueren aufgrund der hohen Nachfrage alle vier Wochen Burger und Buns den Atlantik.

«Die vertiefte transatlantische Zusammenarbeit funktioniert perfekt, um die Nachfrage ausgewählter Produkte im jeweils anderen Markt zu testen», so Gooding. «Sind die Produkte erfolgreich, kann Ditsch in den USA wie auch in Deutschland entscheiden, ob es sinnvoll wäre, diese vor Ort zu fertigen.» Das nächste Ziel der transatlantischen Zusammenarbeit ist es, Pretzel Bites aus den USA nach Deutschland zu liefern und hier zu vermarkten.

«In den letzten Monaten ist es uns vor allem darum gegangen, die Rezepturen der Pretzel Bites so anzupassen, dass sie in Europa zulässig sind. In Europa gelten bei Nahrungsmitteln nämlich andere Richtlinien als in den USA», erklärt Tiemann. Wenn alles nach Plan verläuft und die logistischen Fragen geklärt werden können, dürfen sich die deutschen Kunden also bald über neue Ditsch-Produkte freuen.

Flexibilität dank eigener Produktionslinien

In den USA ist der Markt seit dem Eintritt von Ditsch allgemein stark gewachsen – und dies zwar auch in der Menge, aber vor allem über den Preis, wie Gooding weiss. Er ist überzeugt: «Dies zeigt, dass die Amerikaner die Qualität von Ditsch zu schätzen wissen und bereit sind, dafür auch mehr zu bezahlen.» Um der gestiegenen Nachfrage nachkommen zu können, hat Ditsch in Cincinnati in den vergangenen Jahren in neue Produktionslinien investiert. Die zweite der beiden wurde im ersten Quartal 2020 in Betrieb genommen.

Diese neue Produktionslinie in den USA kam während der Coronakrise gerade recht: Durch die Pandemie waren plötzlich alle Retailer gezwungen, sämtliche Backwaren zu verpacken. Dank der getätigten Investitionen war Ditsch in der Lage, die Produkte in konsumentengerechten Mengen für die Retailer abzupacken.

Und auch in Deutschland hat man Wege gefunden, um die 13 Produktionslinien in Mainz und Oranienbaum trotz sinkender Nachfrage im Bereich der Food Services sinnvoll zu nutzen. «Wir haben beispielsweise einige der Produkte für den Verkauf im Retail angepasst und neue Produktkreationen auf den Markt gebracht – so zum Beispiel die mit Knoblauch- oder Kräuterbutter gefüllte Grillbrezel», so Björn Tiemann. Dank der Flexibilität in der Nutzung der eigenen Produktionslinien konnte Ditsch einen Teil der 2020 eingebrochenen Nachfrage auffangen.

Pretzel Bites: Bald schon in Deutschland erhältlich.

Mitarbeitende voranbringen

Die zunehmende Vertikalisierung, das flexible Umstellen der Nutzung der Produktionslinien und die allfällige Erweiterung des Sortiments in den jeweiligen Märkten bringt eine Herausforderung mit sich, der sich Ditsch seit Anfang des letzten Jahres aktiv widmet: Je nach Bestellung und Kundenwunsch braucht es eine effiziente Organisation entlang der gesamten Supply Chain. Dies erfordert zum einen eine sehr präzise Planung, zum anderen die Einhaltung hoher Qualitäts- und Sicherheitsstandards.

Grundlage dafür sind gut ausgebildete Mitarbeitende. Deshalb setzt Ditsch neu auf ein internes Ausbildungsprogramm. Dieses ermöglicht es ausgewählten Mitarbeitenden, sich über E-Learnings und Training on the Job vom Produktionshelfer über den Anlagefahrer bis hin zum Linienführer zu entwickeln. Eine Stufe zu durchlaufen nimmt dabei 20 Wochen in Anspruch.

Ziel der Ausbildung ist es, die Stabilität sowie die Effizienz in der Produktion durch gut qualifiziertes Personal zu steigern und damit die Kosten zu senken. Zudem geht es natürlich auch darum, die Qualität der erstklassigen Laugenbackwaren sicherzustellen. «Seit der Einführung des Programms haben bereits 15 unserer bestehenden Mitarbeitenden die Ausbildung absolviert. Und Ditsch freut sich, künftig weitere Mitarbeitenden auf diesem Weg begleiten zu dürfen», so Gooding.


Fotos: Noë Flum, Ditsch / Video: QVC.