Gemeinsam gegen Food Waste

Als führende Foodvenience-Anbieterin ist sich Valora des Themas Food Waste bewusst. Deshalb hat sie die Zusammenarbeit mit der Organisation «Too Good To Go» 2019 ausgebaut.

Nachhaltigkeit ist eine der fünf Säulen der Valora Unternehmensstrategie und umfasst sowohl die Produktion als auch den Verkauf und damit die Gestaltung des eigenen Sortiments. Valora hat deshalb Food Waste den Kampf angesagt und konnte mit Partnerschaften wie «Too Good To Go» bereits erste Erfolge in diese Richtung erzielen.

Die Menschen verpflegen sich immer häufiger ausser Haus und legen dabei viel Wert auf frische sowie nachhaltige Produkte. Valora nutzt diese Trends durch den gezielten Ausbau ihres Frische-Angebots in den eigenen Verkaufsstellen. Dies zieht Herausforderungen nach sich – gerade hinsichtlich der Nachhaltigkeit. Da dieser in der eigenen Unternehmensstrategie viel Gewicht zukommt, hat Valora eine eigene Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Darin liegt der Fokus auf People, Planet und Products – also auf fairen Arbeitsbedingungen, Massnahmen zum Schutz der Umwelt und einem nachhaltigen Sortiment.

In diesem Zusammenhang stellt Food Waste für Valora als fokussierte Foodvenience-Anbieterin eine der grössten Herausforderungen dar. Analysen zeigen, dass derzeit weltweit rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel auf dem Weg zwischen Feld und Teller verloren geht. Zwar hält sich der Anteil an Lebensmitteln, die weggeworfen werden müssen, im Vergleich zu anderen Anbietern dank der Eigenproduktion vor Ort und nach Bedarf in Grenzen. In der absoluten Menge fallen sie dennoch ins Gewicht. Um der Lebensmittelverschwendung vorzubeugen, nutzt Valora die Möglichkeiten, die sich durch die zunehmende Digitalisierung ergeben und arbeitet zusätzlich gezielt mit Partnern. Einer dieser Partner ist «Too Good To Go».

Essen retten per App

Dank der App hat Valora die Möglichkeit, jene Produkte sinnvoll abzugeben, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft, aber noch problemlos gegessen werden können.

Die Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, «jeden dazu zu befähigen, sich gegen Lebensmittelverschwendung einzusetzen», wie Geschäftsführerin Mette Lykke erklärt. «Too Good To Go» setzt hierfür auf eine gleichnamige App, die es den Kunden Lykke zufolge «ermöglicht, einen Beitrag gegen Verschwendung zu leisten, während sie gleichzeitig leckeres Essen geniessen und die Läden in der eigenen Umgebung unterstützen». Konkret bestellt der Kunde einen Food Bag vor, bezahlt diesen via App und holt ihn vor Geschäftsschluss ab. Der Inhalt ergibt sich aus dem Tagesangebot und kann vom Kunden vor Ort zusammengestellt werden.

Valora ist seit 2019 Partnerin von «Too Good To Go». Seit Beginn des letzten Jahres machen in der Schweiz sämtliche der über 30 Verkaufsstellen von Caffè Spettacolo auf der Plattform mit. Seit Sommer des vergangenen Jahres finden sich auch Angebote von BackWerk und allen drei SuperGuud Verkaufsstellen. Mitte Januar 2020 kamen die Brezelkönig Filialen in der Deutschschweiz hinzu, im März folgen dann noch jene in der Romandie und im Tessin. Damit wird Valora an bald fast 100 Schweizer Food-Service-Verkaufsstellen Food Bags zu einem vergünstigten Preis abgeben.

In Deutschland partizipieren verschiedene BackWerk Verkaufsstellen an der Bewegung. Die Entscheidung, ob man die App nutzen möchte, obliegt allerdings den jeweiligen Franchise-Partnern.

Seit Anfang 2019 machen in der Schweiz sämtliche der über 30 Verkaufsstellen von Caffè Spettacolo bei «Too Good To Go» mit.

Der Grund für die Zusammenarbeit mit «Too Good To Go» ist ein einfacher: Obschon in den Verkaufsstellen von Valora Produkte laufend frisch gebacken und zubereitet werden, um einem Überangebot vorzubeugen, lässt es sich nicht gänzlich vermeiden. Denn die Kunden erwarten bis Ladenschluss ein breites und attraktives Angebot, weshalb es je nach Tagesfrequenz in einer Filiale möglich ist, dass am Ende des Tages Produkte übrig bleiben. Dank der App hat Valora die Möglichkeit, jene Produkte sinnvoll abzugeben, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft, aber noch problemlos gegessen werden können.

Erfolgreiche Partnerschaft

Dass sich das Engagement auszahlt, belegen erste Auswertungen von Valora. Das Angebot wird von den Kunden rege genutzt. Die Partnerschaft lohnt sich aber nicht nur für Valora, sondern auch für «Too Good To Go». «Wir sind sehr dankbar und stolz auf die grossartige Zusammenarbeit mit Valora. Seit Beginn konnten wir allein mit Caffè Spettacolo bereits über 20’000 Mahlzeiten retten, was für uns und die Umwelt grossartige Neuigkeiten sind», sagt Lucie Rein, Country Manager Switzerland bei «Too Good To Go». «Wir freuen uns auf ein ebenso erfolgreiches gemeinsames 2020.»

Lucie Rein
Lucie Rein, Country Manager Switzerland bei «Too Good to Go».

Rein geht davon aus, dass «Too Good To Go» bislang lediglich rund 3% des Marktpotenzials in der Schweiz ausgeschöpft hat. Es gibt folglich noch viel Spielraum, den Rein nutzen möchte: «Wir arbeiten mit viel Herzblut daran, das Potenzial auszuschöpfen, indem wir mit immer mehr Partnern zusammenarbeiten, und auch die Angebote mit aktuellen Partnern ausweiten, wenn immer möglich.»

An letzterem arbeitet auch Valora. Um an den ersten Erfolgen anzuknüpfen, prüft Valora derzeit die Einführung der Plattform in ihren Retail-Formaten in der Schweiz. So wurde in den letzten Monaten ein Testlauf in einem avec Store in Zürich Oerlikon durchgeführt. Anhand der Erkenntnisse dieses Piloten wird entschieden, ob «Too Good To Go» in der Breite ausgerollt wird.

Prävention statt Schadensbegrenzung

Um den ökologischen Fussabdruck weiter zu senken, plant Valora Retail in der Schweiz für dieses Jahr die Standardisierung der Preisreduktion vor Ladenschluss. Hierfür werden derzeit Regeln erarbeitet, die für die Kunden in den Verkaufsstellen klar ersichtlich sind und ihnen Wissen darüber vermitteln, wann welche Produkte zu einem reduzierten Preis erhältlich sind. Lebensmittel, die trotz der ergriffenen Massnahmen übrigbleiben, werden teils zur Herstellung von Biogas genutzt.


Bilder: Noë Flum | TGTG