E-Smoke: viel Rauch um nichts?

Dampfen – oder auch Vapen – boomt. Woher stammt der E-Smoke-Trend und wie entwickelt sich die Nachfrage in Deutschland und der Schweiz?

Ob mit Nikotin oder ohne – das «Dampfen» mit elektrischen Zigaretten boomt. Die Geschichte der E-Zigarette reicht bis ins Jahr 1963 zurück, als das erste mit einer Batterie betriebene Modell patentiert wurde. Wie viele Trends schwappte auch E-Smoke von den USA nach Europa, wo E-Zigaretten sich vom Nischenprodukt zu einem Segment mit gewaltigem Potenzial entwickeln.


Vor 55 Jahren erfand der Amerikaner Herbert A. Gilbert die erste durch eine Batterie betriebene elektrische Zigarette. Wie heutige Modelle verfügte sie über einen Behälter für Flüssigkeit, die damals noch mithilfe der Batterie erhitzt wurde und schliesslich Dampf erzeugte. Seine E-Zigarette war der Zeit allerdings voraus und wurde nie produziert. Es vergingen weitere 40 Jahre bis der chinesische Apotheker Hon Lik die E-Zigarette weiterentwickelte und 2004 auf dem chinesischen Markt einführte. Grossen Erfolg zog allerdings erst die 2008 lancierte E-Zigarette «Joye 510» der amerikanischen Firma Joyetech nach sich. Auf ihrem Vorbild basieren die meisten modernen E-Zigaretten, die äusserlich kaum mehr an eine klassische Zigarette erinnern. Allen Modellen gemein ist, dass sie keinen Tabak enthalten und nichts verbrannt wird, sondern dass Nikotin durch das Verdunsten der Flüssigkeit direkt über die Lungen in das Blut gelangt.

Dampfende E-Zigarette
Bei E-Zigaretten gelangt das Nikotin durch das Verdunsten der Flüssigkeit direkt über die Lungen ins Blut. Foto: shutterstock.com

Valora bringt E-Smoke flächendeckend nach Deutschland

Der Trend ist klar: Die «Dampfer» oder «Vaper» sind auf dem Vormarsch. Laut einer Übersicht von Statista betrug der gesamte E-Zigaretten Umsatz in Deutschland 2010 gerade einmal fünf Millionen Euro. Innerhalb von nur sechs Jahren schoss er auf 420 Millionen. Für 2017 prognostizierte der Verband des E-Zigaretten-Handels eine weitere Umsatzsteigerung von 42 Prozent. Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten wie Frankreich oder Grossbritannien hinkt der E-Smoke-Markt in Deutschland jedoch hinterher, wie eine 2016 im British Medical Journal veröffentlichte Studie zeigt.

Valora griff den Trend schon früh auf und baute das Sortiment sukzessive auf und aus. Seit 2014 vertreibt das Unternehmen elektrische Zigaretten und nikotinhaltige sowie -freie Liquids in Deutschland und bot E-Smoke-Produkte dort als erster Anbieter flächendeckend an. Seit Mitte 2017 fokussiert Valora noch stärker auf das Thema: Die Hälfte aller gut 900 deutschen Retail-Verkaufsstellen wurde mit eigens entwickelten E-Smoke-Verkaufsmöbeln ausgestattet, die sich in einer Shop-in-Shop-Präsentation vom restlichen Ladenbau abheben. In einigen Filialen stehen bis zu sechs dieser Einheiten. Des Weiteren betreibt Valora je einen Flagship Store in Neckarsulm und Nürnberg, in denen Kunden das gesamte E-Smoke-Sortiment Valoras entdecken und in der «Dampfer-Lounge» testen können.

Potenzial auf dem Schweizer Markt

Auch in der Schweiz nimmt Valora gemeinsam mit grossen Tabakkonzernen eine Vorreiterrolle im Bereich der «Heat not burn»-Produkte wie IQOS, Ploom und Glo ein. Seit 2014 sind zudem E-Zigaretten und nikotinfreie Liquids in den Valora Verkaufsstellen zu finden. Der Verkauf nikotinhaltiger Liquids wurde erst im Frühjahr 2018 zugelassen. Obwohl die Entwicklung des E-Smoke-Marktes in der Schweiz noch nicht so weit fortgeschritten ist, verzeichnet Valora eine konstante Zunahme der Nachfrage. Laut der Swiss Vape Association beträgt das schweizerische Marktvolumen von E-Dampfgeräten und Liquids derzeit etwa 50 bis 70 Millionen Franken – mit stark steigender Tendenz. Mittlerweile bietet Valora in der Schweiz über 20 verschiedene nikotinhaltige und -freie Liquids für E-Zigaretten an über 1‘000 Verkaufsstellen von k kiosk, avec und Press & Books an.

Bei Valora erst ab 18 Jahren

Während in Deutschland nikotinhaltige E-Smoke-Produkte gesetzlich erst ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen sind, gibt es in der Schweiz derzeit noch keine Altersbeschränkung. Eine entsprechende Gesetzesanpassung wird derzeit diskutiert. Valora beschränkt den Verkauf von E-Smoke-Produkten in der Schweiz jedoch auf Personen ab 18 Jahren.

After Eight und Käsekuchen

Dass die E-Zigarette ein weit grösseres Publikum als nur den klassischen Raucher anspricht, verdeutlicht einerseits die Tatsache, dass Valora in Deutschland etwa gleich viel nikotinhaltige wie -freie Liquids verkauft. Andererseits geben die Geschmacksvorlieben einen eindeutigen Hinweis darauf: In Deutschland stehen die Aromen «After Eight» und «Käsekuchen» an der Spitze – die Schweizer bevorzugen «Mint» sowie verschiedene Fruchtvarianten.